Öffnungszeiten

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Migeschlossen
Do10.00 - 12.00 Uhr
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Fr10.00 - 12.00 Uhr
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Hier erscheint im monatlichen Intervall ein von mir persönlicher Tipp aus der Medienvielfalt der Stadtbibliothek Kölleda. Von DVD`s über Kinderliteratur bis hin zu Romanen.

September 2021 – „Sommernachtsträume“ (Mary Kay Andrews)

Auf der Suche nach ein wenig leichter Sommerlektüre stieß ich auf einen Titel, welcher diesen Wunsch doch zu erfüllen scheint. „Sommernachtsträume“ von Mary Kay Andrews. Ich muss jedoch gestehen, dieses Buch habe ich vor allem erstmal wegen seines Covers ausgewählt, es erinnerte mich so an meine eigene Terrasse. Auch der Klappentext weckte nicht mein sofortiges Interesse. Ich dachte aber, dass ein Liebesroman mir schon nicht schade würde & ich mich diesem Genre ruhig mal wieder widmen könne.

Der Roman handelt von Riley, die wie jedes Jahr mit ihrer Familie den Sommerurlaub auf der Insel Belle Isle verbringt. Man wird beim Lesen also definitiv vom sommerlichen Inselflair gepackt und bekommt absolutes Fernweh. Schon allein deswegen ist es lesenswert. Die vermeintliche „Liebesschnulze“ entpuppt sich aber als ziemlich vielseitige Geschichte, bei der ich unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht. Denn ihr Ehemann taucht nicht wie versprochen auf der Insel für den gemeinsamen Urlaub auf, ihr Haus wird plötzlich verpfändet und die Ereignisse überschlagen sich.

Diese Mischung aus verschiedenen Familiengeheimnissen, etwas Drama und natürlich auch Liebe verleiht diesem Buch absolut seinem Charme. Ich habe Riley schnell ins Herz geschlossen und war zum Ende hin ein wenig traurig, dass ich die knapp 500 Seiten so schnell ausgelesen hatte.

August 2021 – „Das Kuscheltierdrama“ (Prof. Dr. Achim Gruber)

Ohne den Klappentext gelesen zu haben, weckte dieses Buch schon allein nur mit dem Titel sofort mein absolutes Interesse. „Das Kuscheltierdrama. Ein Tierpathologe über das stille Leiden der Haustiere“ von Prof. Dr. Achim Gruber.

Moment, das stille Leiden der Haustiere? Okay, alles klar, darüber muss ich mehr wissen. Mit einem Blick auf meine zwei tierischen Familienmitglieder versank ich also in diesem Buch. Und ich versank wirklich. Innerhalb weniger Tage hatte ich das Buch verschlungen, was sonst nur ein guter Thriller bei mir schafft. Durch Herrn Grubers sehr angenehme Sprache und umfassenden Erklärungen blieb mein Interesse auf einem konstant hohen Level.

Prof. Dr. Achim Gruber leitet das Institut für Tierpathologie des Fachbereiches Tiermedizin an der Freien Universität Berlin und beschreibt hier verschiedene Fälle aus seiner Praxis, bei welchen „unsere“ Haustiere bewusst oder unbewusst zu Schaden kamen und sorgt somit für Aufklärung. Einige dieser Fälle trieben mir Tränen in die Augen, andere die Verblüffung ins Gesicht.

Es ist definitiv keine leichte Kost, aber wirklich informativ und verrät vor allem so viel mehr über unsere Gesellschaft.

„Es tut mir leid, wir sind noch nicht am Ende. Genau genommen wären wir noch lange nicht am Ende, aber ich will Ihnen nicht noch viel mehr zumuten. Für Sie ist manches von diesem Grauen womöglich neu und ich möchte Sie nicht in die Flucht schlagen. Nein, ich wünsche mir, dass sich Ihr Blick vielleicht verändert und dass Sie womöglich erkennen, dass manches was Sie für niedlich halten, in Wirklichkeit stilles und verkanntes Leiden ist.“

Juli 2021 – „Das Lavendelzimmer“ (Nina George)

Kennen Sie das Gefühl, von einem Buch an einen anderen Ort entführt zu werden? So ging es mir bei „Das Lavendelzimmer“ von Nina George zumindest. Weg von der heimischen Terrasse, saß ich plötzlich in Paris & spürte den Sommer um mich herum. „Dieser Geschichte wohnt ein unglaublich feiner Zauber inne.“, so beschrieb es Christine Westermann vom WDR und ich kann es nur doppelt und dreifach bestätigen.

Jean Perdu ist ein Buchhändler, welcher die Macht der Bücher wahrlich versteht. Auf seinem Bücherschiff (pharmacie litteraire) in Paris verkauft er Romane wie Medizin fürs Leben. Egal welches Gefühl einen gerade um den Schlaf bringt, er findet das perfekte Buch fürs Seelenheil. Nur sich selbst steht er mit seiner Heilung von langjährigem Liebeskummer im Weg. Bis sich die Ereignisse überschlagen und er sich auf eine abenteuerliche Reise mitten in die Provence und somit wieder zu sich selbst begibt. Auf seiner Reise begleiten ihn Stück für Stück genau die richtigen Zeitgenossen, die er dafür braucht.

Ich sage mal so viel, man bekommt beim Lesen jedenfalls total Lust auf die Wärme und Leichtigkeit des Sommers. Lassen Sie sich überraschen und in die Provence entführen.

Juni 2021 – „Der schaurige Schusch“ (Charlotte Habersack)

Vorurteile…wenn wir ganz ehrlich sind, kennen wir sie alle und haben wir sie alle. Viel zu schnell bilden wir uns eine Meinung, ein Urteil über jemanden und stehen uns somit selbst im Weg denjenigen vielleicht besser kennenlernen zu können.

Genau diese Problematik wird im total lustigen Bilderbuch „Der schaurige Schusch“ von Charlotte Habersack aufgegriffen. Fünf benachbarte Tiere bekommen Panik als der Schusch zu ihnen in die Nachbarschaft ziehen will. Zwar haben sie ihn noch nie persönlich kennengelernt, aber die negative Gerüchteküche über ihn prodelt. Er soll groß, zottelig und muffig – kurz, einfach schaurig sein. Natürlich wollen die Tiere so jemanden nicht in ihrer Nachbarschaft haben. Nur blöd, dass seine Umzugskisten bereits vor der Tür stehen und er alle neuen Nachbarn zu einer Einweihungsparty einlädt.

Ob die Tiere zu dieser Party gehen und ob der schaurige Schusch wirklich so schaurig ist, will ich aber mal noch nicht weiter verraten.

Mai 2021 – „Die letzten Tage von Rabbit Hayes“ (Anna McPartlin)

Achtung! Feuchte-Augen-Garantie!

Auf Wunsch einiger LeserInnen solle mein nächster Bibotipp doch mal „etwas für die Tränendrüse“ sein. Dem Wunsch bin ich gern nachgegangen und ich habe ein Buch finden können, welches ganz sicher kein Auge trocken lassen wird.

„Die letzten Tage von Rabbit Hayes“ von Anna McPartlin hat so viel wunderschönes und so ungeheuer trauriges in nur einem Buch vereinen können. Rabbit (eigentlich Mia) Hayes erkrankt an Brustkrebs und wird den Kampf gegen ihn leider nicht gewinnen. Sie wird ins Hospiz verlegt und auf insgesamt 458 Seiten begleiten wir sie nun ihre letzten neun Tage. Diese neun Tage sind gefüllt von Unmengen an Liebe zwischen Rabbit und ihrer Familie, ganz viel Humor und vielen Augenblicken, bei dem sich die Verwendung eines Taschentuches nicht vermeiden ließ. Erzählt werden die letzten Tage allerdings nicht nur aus Rabbits Sicht, sondern auch von all ihren Angehörigen. Dadurch kann man sich unglaublich gut in verschiedene Rollen einfühlen, was den Abschied von Rabbit aber nur noch emotionaler macht.

Dieses Buch hat mich wahnsinnig berührt und mit Liebe erfüllt, sodass ich es ich es als Bibotipp nicht länger vorenthalten möchte. „Erst wenn das Schlimmste eintritt, weißt du, wer dich liebt.“

April 2021 -„Kein Netz“ (Hajo Schumacher)

„Kein Netz? Ach du Schreck! Kennen Sie diesen Moment, wenn die Panik kommt wie eine Monsterwelle? Was soll das heißen: kein Netz? Hektisches Klopfen auf die Tasten. Verbindung checken. Aus. Ein. Hilft alles nichts. Kein Netz.“

Nur allzu ungern gebe ich zu, wie gut ich dieses Gefühl kenne. Wie sich Panik ausbreitet, weil das heilige Smartphone nicht wie gewohnt funktioniert. Aber warum ist das so? Wie konnte es dazu kommen?

Hajo Schumacher geht in seinem Buch „Kein Netz. Geld, Zeit, Laune, Liebe – wie wir unser wirkliches Leben zurückerobern.“ genau auf die sich mir stellende Frage ein. In drei Abschnitten beleuchtet er zu erst einmal das Thema „Internet“ mit interessanten und wissenswerten Fakten und zeigt zum Ende hin, verschiedene Wege sich der digitalen Welt wieder ein Stück weit entziehen zu können. Er nennt es eine „Anleitung zum digitalen Ungehorsam“. In seinen Worten steckt viel Witz & Ehrlichkeit und durch diese fühlte ich mich verstanden und abgeholt. Wer sich also noch in den ersten Zeilen wieder erkennt – ich hätte da einen Buchtipp für Sie.

März 2021 -„Du nanntest mich Teufelskind“  (Victoria Spry)

„Ich möchte, dass Sie Ihre Augen schließen und sich in eine imaginäre Welt versetzen. Stellen Sie sich eine Realität vor, in der alles nicht so ist, wie es erscheint. In der Spielzeug nicht zum Spielen da ist. In der liebevolle Eltern ein Traum bleiben. In der ein Hilferuf so ziemlich das Gefährlichste ist, was man tun kann. Willkommen in meiner Welt.“

Schon allein die ersten Prologzeilen des Buches „Du nanntest mich Teufelskind“ von Victoria Spry ließen mich erschaudern. Und ich kann versichern, es wird nicht besser und dieses Buch ist nichts für schwache Nerven. Victoria Spry schildert, in diesem grausamen Tatsachenbericht, ihr bisheriges Leben bei der sadistischen Adoptivmutter Eunice Spry. Ihre Geschichte wurde in drei Teile untergliedert und trotz furchtbarem Inhalt in einer angenehmen literarischen Sprache verfasst. Der erste Teil ließ mich fassungslos und bis ins Mark erschüttert verstummen. Das Ausmaß ihrer körperlichen und seelischen Qualen ist unvorstellbar grausam. Nach 18 Jahren gelingt ihr endlich die Flucht und ich fieberte bei dieser unheimlich mit ihr mit. Im dritten Teil beschreibt Victroia Spry den Prozess gegen ihre Adoptivmutter und den daran anschließenden Weg durch ihr nun neues Leben. Mit andauernder Behandlung ihrer körperlichen und seelischen Schäden könnte man am Ende des Buches sogar ein Happy End vermuten.

„So, und jetzt möchte ich, dass Sie Ihre Augen schließen und sich in eine imaginäre Welt versetzen. Stellen Sie sich vor, wie ich den Fotoapparat vor mein Gesicht halte und einen Schnappschuss von meiner Familie mache. Willkommen in meiner Welt.“

Februar 2021 – „Das perfekte Geheimnis“

Pssst…ich habe da einen neuen Geheimtipp für einen gemütlichen Couchabend parat.

„Das perfekte Geheimnis“ ist ein Remake des italienischen Kinofilms „Perfetti Sconosciuti“ und wurde bereits in zahlreichen Ländern neu verfilmt. Das nun deutsche Remake, ich muss gestehen, habe ich mir jetzt schon mehrfach angeschaut. Ich finde dieser Film vereint lustiges, herzliches, spannendes und dramatisches, daher kann ich ihn nur wärmstens empfehlen. Doch worum geht es nun eigentlich und was soll dieses perfekte Geheimnis sein? Lassen Sie es mich mal so sagen, wenn sich ein paar alte Schulfreunde zu einem gemütlichen Abendessen treffen, dann ist es keine gute Idee, sämtliche auf den Smartphones eingehenden Nachrichten und Anrufe für alle anwesenden zu enthüllen. Denn wie Sie sich nun schon sicher denken können, bleibt es hierbei nicht nur bei einem perfekten Geheimnis, welches somit gelüftet wird. Nur noch so viel will ich verraten, schauspielerisch wurde dieser Film wirklich super besetzt und es macht fast schon Spaß die verschiedenen Offenbarungen mitzuerleben.

Januar 2021 – „Happy – das Buch vom Glück des Moments“ (Nicola Edwards)

Kommt es nur mir so vor oder vergehen die Jahre wie im Flug? Irgendwie ist alles so schnelllebig geworden. Umso bedeutsamer ist es, den Momenten und Augenblicken wieder mehr Bedeutung zu schenken. „Leben, das bedeutet auch Achtsamkeit und Aufmerksamkeit, das bedeutet, die Welt um uns herum zu beobachten und zu spüren.“ so heißt es im wunderschönem Kinderbuch „Happy – das Buch vom Glück des Moments“ von Nicola Edwards. Traumhaft illustriert ist dieses kleine poetische Buch nicht nur für Kinder, sondern auch gleichermaßen für deren VorleserInnen geeignet. Es beinhaltet ganz viele kleine und kostbare Hinweise, das vermeintlich Alltägliche wieder bewusst wahrnehmen zu können. Ich selbst schaue mir dieses Buch immer wieder und gern an.